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Reisebericht 1998

Mein zweiter Besuch, ein Jahr später, war dann aber gleich von ganz anderer Qualität!


Auf die Reise möchte ich auch gleich mal ein wenig ausführlicher eingehen! Hierbei handelte es sich um eine Woche Nilkreuzfahrt von Luxor nach Assuan und zurück, sowei einer Woche Badeurlaub in Hurghada am Roten Meer! An diese Reise kam ich noch LAST MINUTE ran, was eigentlich eher selten für eine Kreuzfahrt ist. Da spielten mir wohl die Umstände des letzten Jahres (der Anschlag auf den Hatshepsut-Tempel in Luxor 1997 wo 58 Menschen starben) mit rein. Es gab eine gewissen Flaute beim Ägyptentourismus. Was mich aber nicht abschreckte...
1.Tag:

Wetter: Bedeckt und leicht schwülwarm
Nach 4 stündiger Zugfahrt Ankunft am Frankfurter Flughafen (2.ooUhr morgens). Noch 4 Stunden Zeit bis zum Abflug! Kleiner Flieger von Aero Lloyd. Super Platz am Notausstieg (Konnte richtig die Beine baumeln lassen). Gegen 10 Ankunft in Luxor und Transfer zu einem Pott namens "Cheops III." Schön großes Sch iff mit dem Flair der 70er Jahre. Viele Verschörkelungen in den Salons. Zimmer auf dem Oberdeck mit Superpanoramablick (D.H. fast: In Ägypten liegen die Schiffe immer parallel zueinander angedockt am Kai mit bis zu 8 Schiffen. So hatte ich das "Vergnügen" in die gegenüberliegende Kabine zu schauen). Betten sind leider ein bißchen knapp dimensioniert. Noch leichte Unklarheiten bei der Tischzusammensetzung. Essen noch nicht so der Hit...

2.Tag:

Um 7 ist die Nacht vorbei! Geweckt wird man mit mehreren Gongschlägen. Morgens ist ein Buffet aufgebaut. Anstatt frischem Kaffee und Tee wird eine Kanne mit heißem Wasser gereicht. Sowie einen Teller mit Kaffee- bzw. Teebeuteln... Um 8 dann Transfer mit dem Bus zu den Memnon Kolossen (Vereinsamte Wächterfiguren von beeindruckender Größe, die als einzige Reste des Totentempels von Amenophis III. im Fruchtland stehen). Sehr kurzer Fotostop. Weiterfahrt zum Tal der Könige. Dort erstmal langer Vortrag. Danach wurden 3 Gräber besichtigt. Es handelte sich um die Gräber von Siptah (KV 47), Ramses I. (KV 16) sowie Ramses VI. (KV 9). Vor allem letzteres war sehr beeindruckend. Schon erstaunlich mit welch einfachen Mitteln damals solche riesigen Stollen und Kammern in den Fels getrieben wurden! Leider hatten wir wieder sehr wenig Zeit und mußten wieder rasch zu den Bussen zurück (Übrigens im Slalom um doch ziemlich lä stige Händler herum, war ein richtiger Spießrutenlauf)! Jetzt Weiterfahrt zum Tempel Der El Bahri, besser bekannt als Hatschepsut-Totentempel. Leicht mulmiges Gefühl beschleicht uns. Fand doch hier vor zwei Jahren das Massaker auf die Touristen statt. War jetzt entsprechend gut bewacht. Doch bis zum Eingang stand erstmal wieder der Lauf um die Pylonen (ähm....Händler) auf dem Programm.*grins* Schlußendlich Besuch in einer Alabasterfabrik. Habe mir dort auch eine Figur von Anubis sowie einen Scarabäus besorgt. Blut und Wasser beim verhandeln geschwitzt! Ist einfach nicht mein Ding... Wieder am Schiff angekommen "Abflug" Richtung Edfu nilaufwärts.
Nächtlicher Verbleib an der Schleuse. Abends im Salon Vortrag über Land und Leute. By the Way: Alkohol sehr teuer - Flasche Stella-Bier 16 Pfund, also 8,-DM!!!

3.Tag:

Wetter: Erstmals richtig durchgehend blauer Himmel bei feinsten Temperaturen und einem erfrischendem Wind
Nach dem Frühstück (wieder gegen 7) Fahrt mit einer Pferdekutsche (übrigens wäre neben dem Umweltschutz der Tierschutz noch ein Thema in Ägypten) zum Horustempel in Edfu (einem der besterhaltensten Tempel Ägyptens mit sehr informativen Bildern und Inschriften ). Zu meiner Überraschung ziemlich langer Aufenthalt. Kamera kommt nicht zur Ruhe! Rückfahrt mit der Kutsche inklusive Umweg zwecks Bakschisch ( T rinkgeld). Weiter mit dem Schiff Richtung Kom Ombo. Bei aufkommender Dämmerung Ankunft in Kom Ombo und Besuch des Tempels (Doppeltempel, sehr schön am Nilufer gelegen). Der Tempel selbst in schlechtem Zustand aber mit den bis jetzt besten Reliefs sowie einem Raum mit 3 Krokodilmumien. Beim Rückmarsch hätte ich doch beinahe das Schiff nicht wiedergefunden, da unser Kapitän wieder einmal, rastlos wie er war, die Position des Schiffes verändert hatte... Stand hinter zwei anderen Schiffen geparkt. Mußte erst wieder durch die ersten beiden durchlaufen. Ist ein Gefühl als würde man durch fremde Wohnzimmer laufen... *grins* Vor dem Essen Vorstellung des Chefpersonals und danach ein Vortrag über den Islam. Das Schiff ist inzwischen unterwegs in Richtung Assuan.

4.Tag:

Wetter: Sehr windig und leicht bedeckt
Nach dem Frühstück (wie gewohnt gegen 7) Fahrt mit dem Bus zum unvollendeten Obelisken (Dieser, wahrscheinlich wegen eines Sprungs im Stein nicht fertig bearbeiteter 41m lange Granit-Gigant zeigt ganz deutlich die Technik der Bearbeitung. Er zeigt sich halb aus dem Fels gehauen und dann seinem Schicksal überlassen). Danach Weiterfahrt zum Hochstaudamm. Auf dem Damm sehr stürmisch und sehr schlechte Sicht (Sandsturm). Aber trotzdem sehr beindruckend. Unten an der Basis beispielsweise hat der Damm eine Breite von bis zu einem Kilometer!!! Breite wohlgemerkt NICHT Länge. Der Stausee dahinter ist auch der Größte der Welt (ca.500x300km!)! Jetzt folgt die Fahrt mit dem Motorboot zur Philaeinsel. Der Insel mit den "neuesten" Tempeln (bis ca.500 n.Chr. wurde hier gebaut). Habe ich mir, ehrlich gesagt, mehr von versprochen! Aber die Insel entschädigt mit ihrer sehr schönen Lage. Eigentlich hatte die Insel mal den Namen AGILKA. Die ursprüngliche Philaeinsel ist ein Opfer der Stausee's geworden. Auch hier hat man, wie in Abu Simbel, die Tempelanlagen auf eine andere Insel versetzt! Die Rückfahrt mit dem Boot zum Festland wird noch mal richtig spannend da der Sandsturm inzwischen auch unser Böötchen erfaßt hat...
Nach dem Mittagessen gibt es dann (leider nicht mit einer Felukke, des Windes wegen...) noch eine Rundfahrt m it dem Motorboot um verschiedene Inselchen bei Assuan. Man hat zum Beispiel Sicht auf Felsengräber der Gaufürsten, Tempelanlagen mit Schriftzeichen die noch aus der Zeit von Cheops (3000 v.Chr.) stammen, sowie dem botanischen Garten...
Nach dem Abendessen geht es dann noch zu einem Basar in Assuan...

5.Tag:

Heute ist bereits für einige von uns wecken gegen 4.00Uhr morgens. Es geht mit dem Flieger Richtung Abu Simbel (ca.250km südlich von Assuan gelegen und zur Zeit nicht mit dem Bus zu erreichen)! Nach einem 25 minütigem Flug ist so auch bereits die Landung in Abu Simbel. Mit dem Bus geht es dann weiter zu den beiden Tempeln. Welch ein seltener Augenblick: Selbst den sonst doch sehr aufdringlichen Händlern, die ihren Kitsch unter Volk bringen wollen, ist es noch zu früh heute morgen. Wir sind ganz " al le ine" (von den 200 Leuten, die in dem Flieger Platz gefunden haben, mal abgesehen...). Nach einem kurzen Fußmarsch ist der Augenblick gekommen auf den die "Hobby-Ägyptologen" wie ich gewartet haben. Die Tempelanlagen tauchen aus dem morgendlich Dunst auf. Das einem aber nicht warm ums Herz wird, dafür sorgt ein ziemlich eisiger Wind. So sind schon fast Winterklamotten angesagt. Das krasse Gegenteil schließlich im Tempel, wo sich die Hitze des gestrigen Tages gefangen hat. Leider ist der Tempel nicht mehr im ursprünglichen Zustand. Er wurde auch wegen des Staudammbaues verlegt. In Ermangelung eines brauchbaren Felsens wurde einfach ein künstlicher Fels geschaffen. Diese Anlage ist auch begehbar. Sieht von innen aus wie in einem Atomkraftwerk. Im Tempel ist der Fußboden mit Holzbohlen ausgelegt, wie in der Sauna. Dies trübt ein wenig die Atmosphäre... Nichts desto trotz zwei sehr gut erhaltene Tempel mit sehr schönen Reliefs. Noch keine Spur der sonst üblichen Zerstörung der Kopten. Allerdings gibt es reichlich Graffiti zu "bewundern", welches Besucher vergangener Tage hinterlassen haben...
Zum Mittagessen sind wir wieder an Bord unseres Schiffes, welches so dann ablegt Richtung Esna.
Abends steigt dann noch eine recht lustige Galabeha-Party. Der Großteil der Touris an Bord läuft hierzu in dem traditionellen Gewand der Ägypter herum...
Des Nachts gibt es dann noch zu unser aller Überraschung einen kurzen Regenschauer!

6.Tag:

Leicht betrübt. Das Ende der schönen Reise naht. Doch zuvor wird noch der Chnum-Tempel in Esna, von dem eigentlich nur die Vorhalle errichtet wurde, besucht. Interessanterweise liegt dieser mitten in der Stadt 9m unter dem Straßenniveau. Interessant auch das die Säulen dieses Tempels alle verschiedene Kapitellen tragen.
Danach erfolgte die Weiterfahrt über die Schleuse Richtung Luxor. Dort gab es noch einen Bummel über den Arabischen Markt mit Wasserpfeife und Teegenuß...
Nach dem Abendessen gab es dann noch an Bord orientalische Vorführungen wie z.B. Bauchtanz, der mich aber nicht unbedingt so überzeugte...

7.Tag:

Nach dem Frühstück wie gewohnt um 7 ging es zum Luxortempel, der mit der Tempelanlage von Karnak einmal mit einer 2 km langen Widdersphingenallee verbunden war! Interessant: Mitten im Tempel eine moderne Moschee die darin aufragt wie ein Parasit. Am Eingang des Tempels steht nur noch ein Obelisk. Der andere steht in Paris... Danach weiter zum Karnaktempel. Riesige Anlage die eine Menge Zeit in Anspruch nimmt. Habe mich desalb von unserer Gruppe abgeseilt, die noch eine Parfümerie besuchen ging. Zwei Privatführungen mit unseren Bakschischgeilen Freunden habe ich mitgemacht, die mich an durchaus interessante Stellen des Tempels geführt haben... Muß mich zusammenreißen. Langsam aber sicher geht mir das Filmmaterial aus (Bis heute 6 Filme verbraucht, den 7ten wollte ich mir zum Teil noch für die Zweite Woche aufheben).
Um 18.00 Uhr Aufbruch zur Sound & Lightshow am Karnaktempel. Sehr schön und kitschig. Verschiedene Stimmen über versteckte Lautsprecher erzählen über den Aufstieg und den Fall des Ägyptens der Pharaonen. Dabei werden die Tempel bunt angestrahlt. Der erste Teil der Show wird zu Fuß beschritten. Den zweiten Teil sitzt man auf seinen Backen ab... Zum Abendessen Verabschiedung des Küchenpersonals mit Musik und Riesentorte bei Kerzenschein!

8. Tag - 15. Tag:

Morgens mit einer Buskolonne Richtung Hurghada. Ziemlich heftigen Fahrstil haben die Brüder! Komme mir vor wie im Go-Kart, erst recht als ich sehe wie der Bus hinter uns rumschmiert!! Unterwegs beobachte ich auch einen Unfall! Ich glaube meinen Augen nicht zu trauen. Doch abends auf DW-TV die Bestätigung. Bei drei involvierten Bussen sind 9 Schwerverletzte und 1 Tote zu beklagen. Nach 4 Stunden Fahrt erscheint Hurghada am Horizont. Schock: Eine riesige Baustelle erscheint vor meinen Augen. 2/3 sind überhaupt noch nicht fertig. Vor Ort dann werden wir alle auf verschiedene Hotels verteilt. Meins ist ein recht schmuckloser Bau. Aber ansonsten mit allem was das Herz begehrt. Nur mein Zimmer ist nicht der Überflieger.
Die Tage in Hurghada sind schnell berichtet. Bißchen Sonnenbaden, am Strand latschen, Fitness und Sauna, Erkältung und Dünnpfiff bekommen und auskurieren ...
Doch halt.........am 13. Tag habe ich noch eine Bustour nach Kairo unternommen. Gegen 2 Uhr morgens geht es los! Die Hauptsehenswürdigkeiten (Gizeh-Plateau, Ägyptisches Museum, Khan el Khalili Bazar und Papyrusinstitut) werden in absolut rekordverdächtiger Zeit abgespult. Allein am Gizahplateau geht es 4 mal rein und raus aus dem Bus! Und wieder keine Zeit für eine Besichtigung vom Inneren einer Pyramide! Schade....Schade.......
Aber egal. Allein das Treiben in diesem Moloch namens Kairo (vor allem der Straßenverkehr!) war diese Strapazen mehr als wert!
Nach einem Essen in einem "Restaurant" der untersten Kategorie geht es wieder nach Hurghada wo wir so gegen 2.oo Uhr morgens einlaufen... Interessant war vor dem Rückflug übrigens, daß wir verspätet gestartet sind weil wir noch auf Passagiere gewartet haben....... So weit so gut. Beim Abflug waren wir dann allerdings 2 zuviel an Bord. Das ägyptische Chaos hat einen also bis zuletzt verfolgt... *grins*


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